DPP · 2026-08-05 · 5 MIN LESEZEIT

Was ist ein digitaler Produktpass?

Der produktspezifische Datensatz der EU, welche Produktgruppen als Nächstes an der Reihe sind und wie sich der Zeitplan der Ökodesign-Verordnung entwickelt, ohne Anbieter-Marketing.

Ein digitaler Produktpass (DPP) ist ein strukturierter, produktspezifischer Datensatz, den die EU an physische Waren knüpft: wer das Produkt hergestellt hat, was darin steckt, welche Leistung es erbringt, wie es repariert und recycelt wird, alles abrufbar durch das Scannen eines Codes auf dem Produkt selbst.

Der Rahmen stammt aus der Ökodesign-Verordnung (ESPR). Sie erlaubt es der Kommission, die Pflicht über delegierte Rechtsakte Produktgruppe für Produktgruppe in Kraft zu setzen.ESPR · VERORDNUNG (EU) 2024/1781

Was in einem Pass tatsächlich steht

  • Eine individuelle Kennung für das einzelne Produkt, hinter einem aufgedruckten Datenträger, in der Praxis einem QR-Code.
  • Ein produktgruppenspezifischer Datensatz: für Batterien die rund 90 Angaben aus Anhang XIII.
  • Gestufter Zugang: Ein Teil der Angaben ist öffentlich zugänglich, ein anderer bleibt Marktaufsichtsbehörden sowie Recycling- und Reparaturbetrieben mit einem berechtigten Interesse vorbehalten.
  • Ein Registereintrag: Die Kennungen werden zentral im Register der Europäischen Kommission hinterlegt, damit Behörden Produkte nachschlagen können.

Der Zeitplan, Produktgruppe für Produktgruppe

  • Batterien zuerst: 18. Februar 2027. Elektrofahrzeugbatterien, LV-Batterien und Industriebatterien mit einer Kapazität von mehr als 2 kWh brauchen ab diesem Datum einen Pass je Batterie.VERORDNUNG (EU) 2023/1542, ART. 77 ABS. 1
  • Spielzeug: bis August 2030. Die neue Spielzeugsicherheitsverordnung gibt jedem Spielzeug auf dem EU-Markt einen digitalen Produktpass.VERORDNUNG (EU) 2025/2509
  • Textilien und weitere: in Vorbereitung. Die delegierten Rechtsakte werden Produktgruppe für Produktgruppe erwartet. Für Textilien rechnen viele mit einem Termin um 2027, der Rechtsakt ist zum Zeitpunkt dieses Textes aber nicht erlassen. Begegnen Sie jeder selbstbewusst genannten Textilfrist, die Sie anderswo lesen, mit Misstrauen.

Was die Vorschriften nicht verlangen

Die Verordnung ist technologieneutral: Sie schreibt Ergebnisse vor (Verfügbarkeit der Daten, Zugriffssteuerung, Dauerhaftigkeit), keine Speichertechnologie. Vorgeschrieben ist keine bestimmte Datenbank, kein bestimmtes Ledger und keine bestimmte Infrastruktur, und wer lesen will, was das Gesetz öffentlich zugänglich macht, darf dafür weder zur Installation einer App noch zur Anlage eines Kontos gezwungen werden.

Warum die Fristen wichtiger sind als das Kürzel

Das meiste, was über den digitalen Produktpass geschrieben wird, ist undatiert oder nennt falsche Fristen. Wir haben Erklärtexte von Anbietern gelesen, die den Termin für Batterien komplett übersehen. Die einzige Absicherung sind Primärquellen: Jedes Datum oben trägt seine Verordnungsnummer, und wir halten fest, wann wir EUR-Lex zuletzt geprüft haben.

Sie stellen Batterien her? Der Stichtag für den Batteriepass, erklärt behandelt Ihre Kategorie im Detail, und der kostenlose Readiness-Check (auf Englisch) zeigt Ihnen, wo Sie stehen.

Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Prüfen Sie Ihre Pflichten anhand der zitierten Verordnungen auf EUR-Lex oder lassen Sie sich rechtlich beraten. Quellen geprüft am 30. Juli 2026.